Wie mich Mobbing meinen Job kostete

Heute erzählt uns eine Leserin ihre unglaubliche Geschichte über Mobbing und toxische Kollegen, die sie um ihren Job brachten. Aus Sicherheitsgründen möchte unsere Autorin anonym bleiben.

„Ich dachte meine Wünsche wären endlich erfüllt worden. Ich hatte eine Zusage für meinen absoluten Traumjob erhalten. Lange schon hatte ich davon geträumt, genau in dem Bereich zu arbeiten, der meine Leidenschaften und meine professionellen Ausbildungen miteinander vereint. Die Firma hatte einen soliden Eindruck auf mich gemacht und beide Bewerbungsgespräche waren sehr freundlich und positiv gewesen. Man schätzte mich und meine Fähigkeiten sehr und ich war wirklich überzeugt davon, dass ich dort glücklich werden würde. Es war ein großer Schritt für mich. Denn ich musste für den Job  umziehen und war somit weit weg von all meinen Freunden und meinem Partner. An den Wochenenden wollte ich nach Hause fahren. Es war also für uns alle eine große Entbehrung, dass ich fortging. Aber ich dachte nun einmal, dass es das alles wert sein würde.

Ich packte also meine sieben Sachen und ließ mich auf das Abenteuer ein. Die erste Nacht in der neuen Wohnung war sehr aufregend und ich bekam kaum ein Auge zu.
Denn Morgen würde nicht nur mein erster Arbeitstag sein. Ich würde am zweiten Tag auch noch sofort auf Dienstreise gehen. Auch das bestätigte mich darin, dass die Firma mit ihren Mitarbeitern sehr gut umging.
Man wollte, dass ich das Produkt kennenlernte, um es besser verkaufen zu können.

Der erste Arbeitstag war recht unspektakulär und sehr anstrengend – wie immer in einem neuen Job. Man lernt viel neues, schüttelt die Hände vieler neuer Kollegen und bekommt fast überall das „Du“ angeboten.
Ich lernte knapp die Kolleginnen kennen die morgen mit mir auf Dienstreise gehen sollten und sie schienen alle okay zu sein. Ich sah sie aber auch nicht länger als eine Minute. Ich bin ein sehr offener und freundlicher Mensch und gehe auch genau so auf andere zu. Zeit meines Lebens hatte ich fast nie Probleme mit anderen Menschen im Arbeitsumfeld, weil ich jeden so nehmen kann wie er ist. Deswegen verlor ich an so etwas gar keine Gedanken.

Am nächsten Morgen war auch noch alles gut, obwohl unser Flug ausfiel und wir erst 4 Stunden später flogen. Für mich sehr anstrengend, denn ich bin hochsensibel und lange Zeit privat mit neuen Kollegen zu verbringen, ist für mich wie eine ständige, psychische Dauerbelastung. Ich lasse es mir nie anmerken, aber spätestens nach ein paar Stunden bekomme ich brüllende Kopfschmerzen. Es sind einfach viel zu viele neue Eindrücke auf einmal, die ich als Hochsensible alle auf einmal und viel zu laut wahrnehme. Als wären all meine Sinne auf einmal ganz empfindlich und ich würde mich mitten in ein Menschengewirr einer Großstadt zur Rushhour stellen. So kann man sich das als normaler Mensch ganz gut vorstellen.

Aber ich hielt mich wirklich gut, und war deswegen stolz auf mich. Als wir landeten war auch noch alles gut. Am Flughafen trafen wir unseren Fahrer für die nächsten Tage. Ich sagte einer der drei Kolleginnen, dass ich kurz auf die Toilette müsste. Die andere Kollegin bekam das mit und dann begann es. Mit dieser kleinen und unwichtigen Situation. Sie rollte die Augen und schnaufte verächtlich aus. „War klar, jetzt muss jemand auf Klo“, beschwerte sie sich lauthals. Ich lief sofort rot an, konnte gar nicht begreifen was der Satz sollte. Als der Fahrer sie fragend ansah, übersetzte sie ihm diese Unverschämtheit auch noch. Ich war fassungslos. Aber tat es ab. Vielleicht war ich da einfach nur zu empfindlich.
Gegen Nachmittag unternahm ich eine erste Stadtbesichtigung mit einer der Kolleginnen.
Sie war mir sehr sympatisch und ich scheinbar auch ihr, wir verstanden uns sehr gut.
Teilten die gleiche Leidenschaft für Geschichte und Archäologie.
Abends gingen wir alle zusammen Essen.
Als es ans bezahlen ging, wurde ich gefragt, wie ich zahlen wollte.
Da ich noch nicht dazu gekommen war Geld abzuheben antwortete ich wahrheitsgemäß, dass ich meine Kreditkarte benutzen würde. Wieder ein verächtliches schnauben der gleichen Kollegin, die schon am Flughafen so unverschämt gewesen war. „Na klasse“, ätzte sie mir entgegen und gab mir das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben.
Ich hatte das Gefühl nichts richtig machen zu können. Scheinbar wollten die anderen alle Bar zusammenlegen. Aber wir fanden natürlich eine Lösung. Mal wieder eine total unverschämte und überzogene Reaktion, die ich als Überempfindlichkeit meinerseits abtat. Das tat ich oft bei psychischem Missbrauch. Ich gucke immer zuerst bei mir und nie bei anderen wenn so etwas passiert.
Diese beiden Situationen hinterließen bei mir einen üblen Nachgeschmack, aber ich dachte nicht weiter daran.
Als wir Abends noch zusammen saßen erzählte sie mir, dass unsere Abteilung die unbeliebteste war und dort eigentlich nie jemand arbeiten wollte.
Dass ich mich freuen könnte auf sehr viel Stress die nächste Zeit.
Und die Abteilung für die ich eigentlich auch sehr viel arbeiten sollte wäre voll besetzt und das wäre wohl ein Missverständnis gewesen. Nein da würde ich nicht arbeiten.
Sowieso würde ich in Zukunft meine Anweisungen von ihr bekommen.

Sie redete mir meinen Job madig. Sah sie mich wohl als Konkurrenz?
Für mich war so ein Gedanke total abwegig, aber warum sollte sie sonst ständig so abwertend und garstig sein? Ich versuchte es nicht alles für bare Münze zu nehmen. Denn Toxen erzählen oft viel, von dem nur ein viertel Stimmt. Das wusste ich. Also ließ ich die Gedanken los und wollte mir selbst ein Bild von meinem neuen Job machen wenn wir zurück waren.
Den nächsten Tag verbrachte ich bis Mittags mit der anderen Kollegin, mit der ich mich so gut verstand. Wir machten eine ausführliche Stadtbesichtigung und unterhielten uns angeregt. Es war eine sehr schöne Zeit und ich vergaß die Vorfälle des gestrigen Tages schnell. Gegen Mittag dann war für mich ein spezieller Ausflug mit fremden Menschen geplant. Und nach dem Mittagessen holte mich meine chronische Erkrankung plötzlich ein – mein Reizdarm. Er war mein ständiger Begleiter, aber bisher hatte er mich Gott sei Dank in Ruhe gelassen. Doch der Stress der letzten Tage rächte sich nun.
Für alle die nicht wissen was ein Reizdarm ist hier eine kurze Erklärung:

Es ist nichts Lebensbedrohliches oder schlimmes, aber wenn man mal zu viel Stress hat muss man dann plötzlich oft auf Klo. Das kann ein paar Stunden oder auch mal einen Tag dauern. Halb so wild. Ich lebe seit Jahren damit.

Ich ging also zum vereinbarten Termin und sprach mit dem Leiter des Ausflugs über mein kleines Problem. Er war sehr nett und meinte, ich solle mir keinen Stress machen. Auf diesem Ausflug gäbe es jedoch keine Toiletten weil es in die Berge gehen sollte.
Ich fühlte mich unwohler. Wollte nicht negativ auffallen. Aber er beruhigte mich und sagte, es sei kein Problem. Dann führe ich eben nächstes mal mit. Das beruhigte mich ein bisschen. Normalerweise war mein Reizdarm kein Problem, denn eigentlich sind heut zu Tage ja überall Toiletten. Aber bei dem einen Ausflug war das wohl eine Ausnahme.
Im gleichen Moment klingelt sein Handy. Es ist die Kollegin, die  es gestern geschafft hatte, dass ich mich so unwohl fühlte. Ich schluckte. Er reichte mir sein Handy.

Es folgte eine furchtbare Situation.
„Herr XXX sagte du wolltest nicht mitfahren? So geht das aber nicht. Wir haben Dinge für dich ausgemacht und verlassen uns darauf, dass du da hingehst. Es kann ja nicht sein, dass du während der ganzen Reise dein Hotelzimmer nur von innen siehst.“
Sie lachte verächtlich. Und ich erstarrte. Das ist meine typische Reaktion auf psychischen Missbrauch. Bei mir macht alles dicht. Ich erklärte ihr sachlich was los sei und dass ich leider momentan nicht an dem einen Ausflug teilnehmen könne. Auch wenn ich innerlich immer mehr in eine Art Schock geriet, merkte man mir nach außen hin nichts an.
Sie reagierte auf nichts was ich sagte. „Also hast du dich schon entschieden, nicht mitzufahren? Na das ist ja ganz toll! Das kannst du nicht machen. Wenn wir hier was für dich ausmachen, musst du da auch hin. Wie stehen wir denn sonst da?“ Ansonsten wiederholte sie weiterhin das oben schon gesagte. Wie eine kaputte Schallplatte. Also wiederholte ich noch einmal sachlich meine Situation und warum es mir gerade unmöglich war mitzufahren. Diese Methode des Missbrauchs nennt sich im übrigen „Broken Record Methode“. Der Missbraucher wiederholt immer wieder die gleichen Sätze, die gleichen Vorwürfe und Anschuldigungen, um sein Opfer klein zu kriegen.
Ich wusste das alles. Und trotzdem stand ich da, vollkommen unter Schock.
Sie dachte gar nicht daran, das Gespräch zu beenden. Mittlerweile wollte der Leiter aber los, seine Gruppe wartete schon. Ich sagte ihr das sachlich. „Schön. Geh ins Zimmer. Du hörst von uns.“ Aufgelegt. Ich stand da wie vom Blitz gerührt.

Zurück im Zimmer ratterte es durch meinen Kopf. Ich kannte jede Art des psychischen Missbrauchs, der Manipulation. Und dennoch fühlte ich mich wie ein Opfer. Unfähig mich zu rühren war ich vollkommen überfordert. Konnte nicht fassen dass mir das gerade passierte. Spielte es herunter. Suchte die Schuld bei mir. Ich bekam Panik, wenn ich daran dachte sie nachher wieder sehen zu müssen. Mich wieder runter machen lassen zu müssen.

Und da Missbraucher keine Grenzen kennen, tauchte die Frau Stunden später vor meinem Hotelzimmer auf. Wollte eintreten. Überschritt damit die letzte Grenze und meinen einzigen Ort der Privatsphäre. Sie riss sich sichtlich zusammen. Warum wusste ich nicht. Mittlerweile kann ich es mir denken.
Sie tat so, als würde sie sich Sorgen um mich machen. Ich solle ihr Verhalten von eben nicht falsch verstehen, sie sei nur überfordert gewesen, weil ich nicht früher abgesagt habe. Und ein kleiner Teil meiner Psyche wollte ihr auch glauben, nur leider wusste ich es besser. Durch meine Jahrelange arbeit mit Opfern narzisstischen Missbrauchs wusste ich es besser. Dennoch blieb ich freundlich und sachlich, denn sich jetzt aufzulehnen hätte nichts gebracht. Wahrscheinlich hatte sie Angst dass ich zur Chefin gehen würde und relativierte nun ihr Verhalten. Mit im Schlepptau die andere Kollegin, wohl als Zeugen. Sie wollte mir für Morgen ein neues Programm zusammen stellen, eins, wo immer Toiletten in der Nähe sind. Nett oder? Ja und wie! Komischer Sinneswandel.
Mein Bauch warnte mich. Keine Toxe hört einfach auf mit dem Missbrauch.

Ich blieb den restlichen Abend im Zimmer, aß etwas leichtes zu Abend, trank ganz viel Wasser. Als ich sie kurz in der Lobby traf, zog sie ihr Programm wieder durch. Es traf mich mehr als es sollte. Irgendwie wollte ich glauben, dass ihre Entschuldigung ernst gemeint war. Was mir denn einfiele, sie warten zu lassen. (Ich hatte vom Zimmer bis zur Lobby 2 Minuten gebraucht, scheinbar zwei Minuten zu lang)
Und das mal wieder in dem typischen abwertenden Tonfall.
Ich fragte wo die dritte Kollegin sei, die mit der ich mich so gut verstand.
Sie schnaufte verächtlich. „Frau DOKTOR XXX ist nicht da. Im übrigen finde ich es sehr interessant, dass du meinst sie zu Dutzen – das würde sonst niemandem einfallen!“
Sie gab ein verächtlichen Blick zu ihrer anderen Kollegin.
Ich verstand die Welt nicht mehr. Hatte sich die andere Kollegin wohl beschwert?
In meinem Kopf begann es zu rattern. Sie hatte mir doch am ersten Tag das DU angeboten… oder etwa nicht? Andererseits hatten das so viele am ersten Tag gemacht. Hatte ich doof das verpeilt und sie geduzt ohne es zu dürfen? Aber wir hatten uns doch so gut verstanden. Sie hätte doch was gesagt… oder nicht?
Die Zweifel saßen.
Sie überreichte mir das Programm für Morgen.
„Bist du auch sicher, dass du das schaffst?“ sie sah mich abwertend an.
Ich nickte und versicherte ihr, dass es mir besser ginge.
„Wir können dich auch ins Krankenhaus bringen.“
Ich musste mich zusammenreißen die Fassung zu bewahren. Ich hatte ihr nun schon zum dritten Mal erklärt was ein Reizdarm ist. Diese überzogene Reaktion und falsche Fürsorge triefte vor Falschheit. Sie war wieder genau wie vorher.
Das heute Nachmittag war nur eine Farce gewesen. Und trotzdem traf mich die Gewissheit. Ich versicherte ihr, dass ich das schaffen würde. Schließlich hätte ich ja den Nachmittag zur freien Verfügung. Das hatte sie mir Nachmittags gesagt.

Sie tat als habe sie sich verhört. Nein das stimme nicht! Dort unten habe sie mir Orte aufgezeichnet die ich mir doch bitte ALLE ansehen soll. Das wäre doch nicht zu viel verlangt. Ich nickte ergeben. Mir fehlte die Kraft da jetzt noch was zu sagen. Es war die typische Wortverdrehung und das typische Gaslighting. „Das habe ich nie gesagt“, „Das hast du falsch verstanden“, ja ich kenne diese Phrasen bis zum erbrechen. Also ergab ich mich. Das würde ich schon schaffen. Obwohl der Morgen stressig werden würde und ich durch den Flüssigkeitsverlust sehr schwach auf den Beinen war. Den Triumph zu versagen würde ich ihr nicht geben. Also blieb ich freundlich und ging zurück in mein Zimmer. Ich würde dieser Frau keinen einzigen Grund geben mich vor meinem Chef schlecht zu machen. Ich würde ruhig bleiben und freundlich. Mich an alles halten und eine vorbildliche Mitarbeiterin sein. Denn nur so kann man gegen Toxen vorgehen. Sie lügen strafen. Heute weiß ich, dass das genau das falsche Verhalten gewesen war. Ich hätte direkt meinen Chef anrufen sollen, ihm alles erzählen sollen. Aber ich war der typische Empath, wollte keine Kollegin schlecht reden, niemandem ärger einhandeln. Also ertrug ich. Und ich unterschätzte die Boshaftigkeit dieser Frau.

Der Rest der Reise war okay. Ich erledigte alles was ich sollte, benahm mich vorbildlich und ging auf keinerlei dumme Sprüche mehr ein. Ich entschuldigte mich sogar bei der anderen Kollegin die ich so gern hatte, denn es war tatsächlich so, dass sie mir das du nicht angeboten hatte. Ich hatte es verschwitzt. Aber sie lachte und sagte es sei halb so wild. Der weitere Missbrauch äußerte sich weiterhin in Abwertungen, dummen Sprüchen, abschätziger Mimik und einem sehr missfälligem Tonfall.

Zu Hause angekommen passierte das, was sich gerne das „aftermath“ von psychischem Missbrauch nenne. Die Nachwirkungen, wenn man wieder runterkommen konnte. Wenn der Stress von dir abfällt.  Ich erwachte mit höllischen Kopfschmerzen und vernebeltem Kopf. War in einer tiefen Traurigkeit und Zweifel überrollten mich. Ich dachte krankhaft nur noch an Montag und wie schlimm es werden würde, mit so einer Frau zusammen arbeiten zu müssen. Ob ich zum Chef gehen sollte, ob ich es gut sein lassen sollte. Schließlich war ich die Neue. Das ganze Wochenende versaute mir das. Ich stand richtig neben mir, war ratlos.

Der Montag kam, die schlechten Gedanken blieben. Ich hatte mich entschieden nicht zum Chef zu gehen. Vielleicht war es auf der Arbeit ja gar nicht mehr so schlimm. Vielleicht war es nur so schlimm weil wir auf der Dienstreise jeden Tag aufeinander gehockt haben. Vielleicht konnte ich auf der Arbeit so viel wie möglich Abstand von dieser Person nehmen. Bloß nicht negativ Auffallen dachte ich mir. Wenn ich jetzt zum Chef gehe, wer weiß wozu sie dann fähig wäre. Also blieb ich friedlich. Der Morgen war ereignislos. Die andere Kollegin war ständig weg und es gab eine Situation, wo die Täterin die andere abholte und meinte „Kommst du dann? Ohne dich hat das wenig Sinn.“ Meine Intuition schlug Alarm. Flying Monkey. Was wenn sie zum Chef rennt und die andere Kollegin brav ihre Geschichte unterstreicht? Was wenn da was gegen mich läuft? Aber schnell belächelte ich mich dafür und tat es als Paranoia ab.
Warum sollte jemand das tun? Es war doch nichts passiert und ich hatte mich stets vorbildlich Verhalten. Und außer dem einen Ausflug hatte ich all meine Aufgaben erfüllt.

Deswegen dachte ich mir auch nichts dabei als erst die eine Kollegin gegen mittag ging und dann die toxische. Ich war in meine neue Arbeit vertieft und so langsam fand ich gefallen daran. Als ich gerade für etwas neues eingelernt wurde rief mich meine Vorgesetzte an. Ich ging in ihr Büro. Bestimmt wollte sie mich nur Fragen wie die Dienstreise war. Ich bin wirklich naiv.
In ihrem Büro angekommen saß noch eine Kollegin da. Meine Verwirrung war mir ins Gesicht geschrieben.
Die Vorgesetzte hatte mich auch eingestellt und bisher war sie immer sehr nett zu mir gewesen. Jetzt hatte sie plötzlich einen ganz neuen und abwertenden Tonfall drauf.
Ihr sei zu Ohren gekommen, was auf der Dienstreise passiert sei. Und auf Grund dessen wäre nun schnell gehandelt worden. Mehrere Kollegen hätten das erzählt und bestätigt.
Deswegen hätte der Chef entschieden mich mit sofortiger Wirkung zu entlassen.

Es fühlte sich an wie von einem Zug erfasst zu werden. Ich verfiel in einen Schock. Mein ganzer Körper begann zu zittern. Ich konnte nicht fassen was sie da gerade gesagt hatte. Ich stammelte so gut ich konnte ein „WAS?“ hervor und rang damit, nicht sofort in Tränen auszubrechen. Denn in meinem Kopf setzte sich dieses Puzzle sofort zusammen. Die Toxe hatte ihren Flying Monkey direkt morgens zur Vorgesetzten geschleift, hatte ihr sonst was  erzählt und der Flying Monkey hatte es bestätigt. Was erzählt wurde wurde mir nicht gesagt. Noch wurde nach meiner Version der Geschichte gefragt. Es war der Toxe einfach blind geglaubt worden. Sie war so berechnend und bösartig gewesen, dass sie mich aus dem Job herausgedrängt hatte. Es war absurd. Das konnte nicht passiert sein. Sowas darf nicht passieren. Nirgendwo. Das ist fernab von jeglicher Menschlichkeit und Fairness. Mein Kopf kam nicht mehr hinterher.
„Aber das ist doch ganz anders gewesen. Ich hatte überlegt zu Ihnen zu kommen“, stammelte ich. Warum ich das nicht getan habe, kam in einem sehr abwertenden Tonfall zurück. Das wars. Es interessierte niemanden mehr. Allein die Art wie sie plötzlich mit mir umging zeigte, dass sie sich ihre Meinung schon gebildet hatte.

Als ich zu meinem Platz zurück ging folgten mir beide. Ich konnte nicht mehr klar denken. Wie ein Sträfling verfolgte man mich zu meinem Platz. Ich gab meinen Schlüssel ab, hatte kaum Zeit meine wenigen Sachen zusammenzuklauben und wurde dann vor die Tür gesetzt.

Das wars. Lebenstraum geplatzt. Und ich hatte mir nicht mal etwas zu Schulden kommen lassen. Ich hatte nichts getan, was dieses Verhalten gerechtfertigt hätte. Und doch bin ich jetzt meinen Job los, weil eine intrigante und bösartige Frau es so wollte. Dass sowas möglich ist bringt mich an den Rand meines Verstandes. Das es Toxen heute so einfach gemacht wird schockiert mich bis ins Mark. Keinerlei Fairness, keinerlei Menschlichkeit.

Und das ironischste ist daran noch, dass das ein christlicher Betrieb gewesen ist.
Wo Nächstenliebe groß geschrieben wird.

Ich habe daraufhin meine Zelte in der neuen Stadt abgebrochen und bin schwerst traumatisiert nach Hause zurück gezogen. Was das alles mit meiner Psyche anstellt und was das noch für Konsequenzen für mich haben wird kann ich noch nicht abschätzen.
Aber jetzt gilt es erstmal den Schock zu verdauen und wieder aufzustehen.“

Mobbing durch narzisstischen Missbrauch im Arbeitsleben ist nichts, was man unterschätzen sollte und sofort dem Vorgesetzten melden sollte. Schweigen hilft nicht bei Missbrauch.

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Eine Antwort auf „Wie mich Mobbing meinen Job kostete“

  1. Es ist einfach schlimm, was der Dame passiert ist und ich kann es so gut nachvollziehen, wie sie sich gefühlt haben muss, denn ich machte ähnliche Erfahrungen. Es ist wahnsinnig unfair und traumatisierend, vor allem weil man keine Chance hat, es richtig zu stellen. Ich glaube bei Frauen ist das auch nochmal extremer, die empfinden neue Kollegen sofort als Konkurrenz und verhalten sich dann so hinterfotzig. Zudem spüren sie die Sensibilität und Unsicherheit und nutzen diese aus. Mir ging es auch oft so, dass ich immer zuerst den Fehler bei mir suchte.

    Gerade auch christliche Vereine habe ich ebenfalls als so terrorisierend erlebt. Die Folgen sind oft langfristig und gravierend aber für Mediziner nicht messbar.

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