Der Ozean und das Trampolin

Dieser wundervolle und sehr wahre Text verfasste ein Mitglied unserer Selbsthilfegruppe – ich mag ihn euch nicht vorenthalten:

Der Ozean und das Trampolin

„Es gibt in Hinsicht auf Unterstützung zwei Arten von Partnern. Einen Ozean und ein Trampolin. Wenn man mal scheitert, Angst hat, schwach ist, also wenn man fällt, dann ist es gut, wenn man jemanden hat, der einen auffängt. Jedoch ist es wichtig, von wem man aufgefangen wird. Fällt man in den Ozean hinein, so taucht man erstmal unter und wird nass, es ist kalt und dunkel. Das Wasser gibt einen zwar etwas Halt, trotzdem muss man sich mit eigener Kraft wieder an die Wasseroberfläche kämpfen. Wenn man es wieder nach oben geschafft hat, kostet es einen weiterhin viel Ausdauer, da man stetig weiter schwimmen muss, um nicht wieder unter zu gehen. Das Wasser ist immer da, aber es ist tief und gefährlich und man hat ständig Angst. Passt man 1 Sekunde nicht auf gluckert man unter und muss umso mehr Kraft aufwenden um wieder hoch zu kommen. Aber irgendwann hat auch der beste Schwimmer keine Kraft mehr und muss versuchen, sich eine Insel zu suchen, an dem er Zuflucht findet und sich erholen kann, sonst reißt ihn der Ozean für immer in seine Tiefe.

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Dann gibt es aber noch das Trampolin. Wenn wir wieder von der Ausgangssituation ausgehen, in der wir scheitern, Angst haben, schwach sind. Also wenn wir fallen und ein Trampolin unter uns haben, so landen wir „weich“. Das Trampolin gibt nach, es hat genug Elastizität, um mir den Aufprall so angenehm wie möglich zu machen. Man kann sich voller Vertrauen rückwärts fallen lassen. Aber nicht nur das. Nein, es hilft mir auch noch dabei, wieder nach oben zu kommen, wenn ich es zulasse. Ich könnte auch liegen bleiben, aber die Kraft des Trampolins zusammen mit meiner eigenen Körperkraft bringt mich wieder in die Waagerechte bzw. sogar in die Lüfte. Man muss dabei keine Angst vor der Tiefe haben, wie beim Ozean. Eher freut man sich über die hohen Sprünge, die man machen kann und je höher man springt, desto mehr kribbelt es im Bauch.

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Und so sollte es sein. Genauso ein Trampolin sollte jeder haben, aber auch jeder selbst für jemand anderen sein. Lasst euch nicht länger in den Strudel des Ozeans ziehen.“

Wie viel Wahrheit dieser Text spricht. Wir sollten ihn uns alle zu Herzen nehmen.

Hier gehts zu hilfreichen Büchern:

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2 Antworten auf „Der Ozean und das Trampolin“

  1. Liebe Arthemis,
    Ich möchte der hilfreichen Bücherliste noch folgende Bücher hinzufügen, die mir sehr geholfen haben meine Situation zu erkennen und zu verstehen. Mit diesem Wissen fühle ich mich kompetenter und sicherer.
    CHRISTINE MERZEDER
    „Wie schleichendes Gift“ / „Gegengift“
    UMBERTA TELFENER
    „Hilfe, ich Liebe einen Narzisten“
    JANET G. WOITITZ
    „Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit“
    RUSS HARRIS
    „Wer vor dem Schmerz flieht, wird von ihm eingeholt“
    Alles Liebe
    Claudia

  2. Liebe Artemis!
    Von Herzen Dank für Deine Offenheit , Deine „Kompetenz“ genauso wie Deine „Menschlichkeit“ und Dein Engagement, uns als „Betroffene“immer weiter aufzuklären, zu stärken und Mut zu machen!!!!

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