Das grandiose Selbst – Ein Gedicht

Dieses Gedicht erreichte uns vor ein paar Tagen von einer unserer Leserinnen. Wir haben uns sehr gefreut dass sie uns erlaubt hat es zu veröffentlichen.

Vielen Dank liebe Sophie M.

Das grandiose Selbst

Man(n) ist charismatisch, intelligent und nahezu perfekt,

drum steht man(n) gern im Zentrum und feiert sich auch gern selbst mal mit einem Glas Sekt.

Geltung und Werte bestimmen das eigene Leben,

nach Anerkennung und Bewunderung lohnt es sich zu streben.

Seine magische Anziehungskraft macht man(n) sich zu eigen

und versucht sich zunächst immer von seiner Schokoladenseite zu zeigen.

Eine schöne, junge Frau an seiner Seite,

welch ein tolles Accessoire und was für eine Augenweite.

Ist das Opfer einmal in der Tasche,

kommt der gute Geist auch nicht mehr so leicht wieder aus der Flasche.

Beeindrucken und überzeugen kann man(n) andere von sich gut,

wäre da nicht ständig die innere Unsicherheit und Wut.

Man(n) verschafft sich Erfolg im Beruf,

denn da gerät man(n) nicht so schnell in Verruf.

Unabhängig will man(n) sein,

drum bleibt man(n) lieber ganz allein.

Doch zu viel Freiheit verträgt man(n) auf Dauer nicht,

drum ruft das eigene Ego bei Zeiten wieder in die Pflicht.

Auf der Suche nach der neuen Liebe,

nimmt man(n) keine Rücksicht auf den Verlust alter Triebe .

Vertrauen aufzubauen scheint so einfach zu klingen,

doch mag es in Beziehungen nie so recht gelingen.

Die Angst vor Verletzung und Enttäuschung ist groß,

drum äußert man(n) seine Kritik rigoros.

Der Feind der lauert überall,

drum erbaut man(n) sich seinen eigenen Schutzwall.

Gemangelt hat es oft an Liebe und Zuneigung in der Kindheit,

fremd ist bis heute der Umgang mit Konflikten und Streit.

Statt vorwärts lieber einen Schritt zurück,

auch wenn es zum Greifen nah ist, das eigene Glück.

Begeistern kann man(n) sich schnell für gewisse Sachen,

nur wo sind plötzlich all die feuerspeienden Drachen?

Eigentlich mag man(n) es extravagant, abenteuerlich und wild,

doch daheim präsentiert man(n) von sich ein ganz anderes Bild.

Der Alltag kann so manche Hürden mit sich bringen,

davon können andere schon ein Lied singen.

Stellt sich die Routine erst einmal ein,

bricht ein Kälteschauer herein und verwandelt das Herz wie in Stein.

Vor der Zukunft hat man(n) große Bedenken,

drum kann man(n) nur dem Moment Aufmerksamkeit schenken.

Genussmittel sind der beste Freund und Vertraute in Krisenzeiten,

drum lässt man(n) sich gern mal auf einen Schluck verleiten.

Wenn Not am Mann ist, verdreht man(n) auch gern mal den ein oder anderen Fakt,

schließlich existiert ja eine Art Pakt und die Frau gerät schon nicht so leicht außer Takt.

Schafft man(n) es nicht die Maske aufrecht zu bewahren,

wird die ohnehin schier ausweglose Situation völlig verfahren.

Man liebt es von einem ins nächste extrem zu gehen,

doch möchte der Wahrheit nur ungern ins Auge sehen.

Man(n) lebt in seiner eigenen, virtuellen Welt,

ganz ohne Entgelt.

Man(n) zeigt keine Reue und Einsicht,

stattdessen entscheidet man(n) sich für den Verzicht.

Plagt einem dann mal das schlechte Gewissen,

erscheint einem das Leben viel zu ernst und zu verbissen.

Die Flucht mag die einzige Rettung darstellen,

denn unbesiegbar scheint die Kraft der eigens erzeugten Wellen.

Seine wahren Gefühle verbirgt man(n) tief im Herzen,

doch das bereit einem große Schmerzen.

Man(n) träumt vom Leben im Paradies,

doch schafft man(n) sich letztendlich sein eigenes Verlies?


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