Narzissmus – Ein Brief der Verzweiflung

Diesen offenen Brief schrieb eine Betroffene. Sie leidet momentan unter schweren Depressionen und hat uns hautnah geschrieben, wie es sich anfühlt, durch narzisstischen Missbrauch nur noch hilflos zu sein. Und wie schwer es ist, Hilfe zu finden oder jemandem, der einem zuhört. Hilfe hat sie mittlerweile gefunden und bald geht sie in eine Klinik.

 

Achtung Trigger

„Während ich hier sitze und diese Zeilen schreibe, überlege ich, ob ich aufgeben sollte. Ob ich heute einfach liegen bleiben und gar nicht mehr aufstehen sollte.
Jemand der nicht in meiner Haut steckt wird das nicht verstehen können, und die meiste Zeit kann ich das selbst auch nicht. Diese Phasen wurden immer länger, immer mehr. Anfangs kämpft man noch, fühlt sich nur müde und verspannt. Dann beginnen langsam aber sicher körperliche Symptome, die einem kein Arzt belegen kann. Man bekommt ständige Blasenentzündungen, oder Infekte. Pilzinfektionen, Hautausschlag. Der Rücken verkrampft sich und tut nur noch weh. Und nach dem dritten MRT ist immer noch nichts feststellbar. Obwohl jeder Schritt zu gehen mittlerweile eine Qual ist. Das macht aber immer weniger, denn man geht eh kaum noch vor die Tür. Man lebt nicht mehr für sich. Man lebt nur noch für jemand anderen. Wie verrückt das klingt. Nicht wahr?

Die Depression kommt plötzlich. Wie eine Welle überrollt sie einen mitten in der Nacht.. oder auch am Tag. Sie macht da keine Unterschiede. Auf einmal ist sie da, und man sitzt nur noch da mit einem dunklen Schleier vor dem Gesicht. Sie legt sich wie ein Stein auf deine Brust, und das meine ich wortwörtlich. Das vierte Mal sucht sie mich nun innerhalb von sieben Jahren heim, und dieses Mal habe ich wirklich ständig das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Als würde ich langsam ersticken. Zum Arzt gehen? Ja, tue ich morgen, aber im Grunde weiß ich schon, was er sagen wird… Psychosomatik… haben Sie Stress? Reduzieren Sie ihren Stress. – Tja das sagt sich dann immer so einfach. Darauf antworte ich schon nicht mehr. Ich kenne die weitere Abfolge dieses Dialogs. Habe ihn schon hundert mal geführt. „Mein Stress ist mein Mann. Er ist ein Narzisst.“

Was daraufhin folgt sind zwei Reaktionen:

Entweder hat der Arzt keine Ahnung was das ist ‚Das sind doch die Menschen, die sich öfter im Spiegel ansehen als andere‘, oder es kommt die typische Phrase: ‚Dann müssen sie da raus. Packen sie Ihre Koffer und trennen Sie sich. Das ist ja wohl nicht so schwer.‘ Klar, für einen gesunden Menschen kann so was doch nicht so schwer sein oder? Du dummes Blondchen, trenne dich halt einfach. Als ginge es darum ein lästiges Insekt mal eben vor die Tür zu kehren. Aber was wenn das Trennen sich wie sterben anfühlt? Wenn man über die Jahre so oft und lange missbraucht wurde, dass man sich selbst nichts mehr wert ist? Das man die langen Monologe, die man sich immer wieder anhören musste, die verdrehten Wahrheiten, die Hirnwixereien eines Narzissten irgendwann klaglos hin und annimmt? Wenn man in den Spiegel sieht und sich nicht mehr erkennt? Wenn man mal nach Jahren zum ersten Mal einen Tag alleine zu Hause sitzt und mit sich selbst nichts mehr anzufangen weiß? Wenn da in einem nichts mehr ist, wofür man brennt, wenn alles was einem jemals Spaß gemacht hat, einen definiert hat- einfach ausgelöscht ist?

young-people-2770146_1920

Und wenn man dann schließlich in Tränen ausbricht, und sich fragt warum man das alles noch aushält? Tja, dann kommt die Depression. Und wo sie kommt, hinterlässt sie nur Asche. Sie macht dich den ganzen Tag müde, und Abends dann, wenn du endlich schlafen gehen kannst- dann hält sie dich die ganze Nacht wach. Bis du in den frühen Morgenstunden vor Erschöpfung in einen tiefen, traumlosen Schlaf fällst. Morgens fühlt man sich dann, als hätte man die ganze Nacht durchgefeiert. Das Aufstehen wird zur riesen Anstrengung, das Duschen und Anziehen zu einer Lebensaufgabe. Hat man das geschafft fühlt man sich, als hätte man den ganzen Tag gearbeitet. Wenn es einen dann noch nicht ganz erwischt hat , schafft man es vielleicht noch, etwas zu essen. Aber auch das fällt mir immer schwerer. Deswegen bestelle ich jeden Tag. Weil dann muss man nur einmal aufstehen- einfach oder? Ja wunderbar! Denn Essen spendet Trost. Essen misshandelt dich nicht. Essen spendet dir die Endorphine, die du momentan nicht mehr selbst produzieren kannst. Toll ist das. Und da macht es auch nichts, dass du innerhalb von zwei Monaten 8 Kilo zunimmst. Die 8 Kilo , für die du über ein halbes Jahr strikte Disziplin gebraucht hast, um sie abzutrainieren. Macht ja nichts… du hast momentan sonst nichts mehr, was dir Trost spendet. Bei deinem Partner kannst du da lange warten- ich glaube ein Narzisst kennt das Wort der Fürsorge nicht. Also kennen wird er es schon, aber ich glaube er begreift das Wort in seiner Komplexität nicht. Seine Bedeutung. Wo Depression einen also schon so isoliert und einem das Gefühl gibt, ganz allein auf der Welt zu sein, ist es mit einem Narzissten an seiner Seite doppelt so schlimm. Er macht das nicht aus böser Absicht, er weiß es einfach nur nicht anders. Einerlei. Ich kämpfe mich durch einen weiteren Tag voller Sinnlosigkeit. Bald habe ich einen Psychiatertermin- das hab ich dann doch noch hinbekommen. Er wird mir Medikamente verschreiben. Wenn ich Glück habe, finde ich einen Therapeuten und kann eine weitere Therapie beginnen. An deren Ende ich stark und selbstbewusst bin und wo ich mir einrede, dass ich es diesmal schaffe. Bis mein lieber Mann dann wieder eine schlechte Phase hat und beginnt, meine Psyche zu vernichten. Das macht er dann ein paar Mal… und irgendwann setzt dann wieder die Depression ein. Ist das nicht ein wundervoller, sich immer wiederholender Kreislauf? Sobald die Maus lernt, endlich von der Katze wegzulaufen, tut sie es nicht. Weil sie sich einredet, diesmal könnte sie schnell genug fliehen, sollte die Katze wieder angreifen. Aber wenn die Katze dann angreift, ist es schon wieder zu spät.

Wird das jemals aufhören? Werde ich jemals die Kraft haben, hier rauszukommen? Wieder zu leben? Ich weiß es nicht.

Und am Ende des Tages entscheide ich mich wie jeden Tag, weiterzuleben. Und weiter zu hoffen, dass mein Leben eines Tages wieder einen Sinn haben wird.“

Harte Worte- aber genau das erleben tausende Menschen jeden Tag. Lasst uns nicht mehr schweigen! Verbreitet diesen Beitrag wenn ihr wollt, teilt ihn damit viele Betroffene ihn lesen und merken, dass sie nicht alleine sind.

 

Bücher über Narzissmus

Werbeanzeigen

18 Antworten auf „Narzissmus – Ein Brief der Verzweiflung“

  1. Mir ging es auch so,war ständig müde,erschöpft und es war als ob einer einem die luft abschnürt,ich hab da nicht begriffen das das anzeichen einer depression waren-aber!,die ursache dafür ist und bleibt derjenige der einen quält.sobald du dich von ihm trennst,ist die depression weg.das was da mit uns geschied ist ein wahnsinniger hilferuf der seele,schnell rutscht man da auch in den burnout.helfen können wir uns nur selbst-in dem wir den mut haben zu gehen.es lohnt sich,denn das leben ohne psychopaten ist so schön.

  2. In dieser Umgebung – innerhalb dieser Ehe mit einem Narzißten – kann man natürlich nicht gesund werden … !!
    Wenn man als Kind zum Opfer elterlichen narzißtischen Mißbrauchs wurde, der ja sehr oft mit verbalem, körperlichem und sexuellen Mißbrauch einhergeht, dann hat man – zumindest in jungen Jahren – keine Chance, dem zu entkommen. Wenn man aber erwachsen ist, dann sollte man verdammt nochmal aufhören, herumzulamentieren und sollte seine Beine in die Hand nehmen und weggehen – so schnell wie möglich … ! Du, die Verfasserin dieses Briefes, bist kein Kind mehr, du bist eine erwachsene Frau! Worauf wartest du also noch? Wie viele Jahre deines Lebens möchtest du denn noch opfern – und wem möchtest du sie opfern – dem Narzißten vielleicht?! – und vor allen Dingen: weshalb?
    Nimm dir ein Zimmer oder zieh zu einer Freundin, zieh zu deinen Eltern oder Geschwistern, zieh in ein Frauenhaus, wohin auch immer …. von dort aus kannst du dann dein Leben neu organisieren und auf die Reihe bekommen und mit Hilfe einer Therapie an deiner Heilung arbeiten. Aber verhalte dich doch um Himmels willen nicht wie ein unmündiges und hilfloses Kind!

    1. Liebe Hannahbuchholz,
      meiner Meinung nach hat diese Form der Überheblichkeit in diesem Forum nichts zu suchen. Es heißt „Brief der Verzweiflung“. Diese Frau ist durch Depression so gelähmt, dass sie die Trennung aus eigener Kraft nicht schafft. Was ist denn, wenn keine Eltern, Geschwister, Freunde zur Seite stehen, die sie aus dieser Situation herausholen und ihr eine Stütze sind?! Wenn du die Trennung von einem Narzissten aus eigener Kraft bewältigen kannst – Glückwunsch, starke Leistung! Aber das schafft leider nicht jede Frau – je nachdem in welchem physischen und psychischen Zustand sie sich befindet.
      Es ist klar, dass wir unseren Anteil daran haben, einen Narzissten in unser Leben gezogen zu haben bzw. sogar von ihm abhängig geworden zu sein und daran muss Jede von uns arbeiten – in ihrem Tempo.
      Ich finde es unglaublich mutig, dass die Frau ihre Erfahrungen mitteilt. Das ist meiner Meinung nach der erste Schritt zur Heilung und hat Nichts mit lamentieren zu tun.
      Ich wünsche ihr von Herzen alles Liebe und die Kraft, den entscheidenden Schritt zu tun.
      Manchmal hilft eine Auszeit wie z.B. eine Reha, um aufzutanken und danach die Kraft für eine Trennung zu haben.

  3. Du mußt eines verstehen: du selbst und nur du selbst bist für dein Leben verantwortlich … !
    Depressiv oder nicht – du mußt die Verantwortung für dich selbst übernehmen … !
    Ich verstehe es, wenn man eine Zeitlang nur im Bett liegen kann und ich kenne das.
    Man ist wie gelähmt. Man ist depressiv. Man hat kaum Antriebskraft.
    Aber such dir doch um Himmels willen erstmal einen sicheren Ort – dort kannst du dich dann ausruhen und heilen … !
    Greif zum Telefonhörer, ein Anruf nur, ruf eine Person an, der du vertraust, und bitte sie, dich abzuholen und dich an einen sicheren Ort zu bringen bzw. dich für eine Woche zu beherbergen.
    Und von dort aus schreibst du diesem Narzißten einen Abschiedsbrief.
    Dann hast du den ersten Schritt geschafft …. ! Dann kannst du sowas von stolz auf dich sein –
    und dann kannst du wirklich und wahrhaftig an deiner Heilung arbeiten … in aller Ruhe …. !

    Liebe Grüße!

  4. Ich nehme an, daß meine Perspektive eine andere ist als die der Verfasserin dieses offenen Briefes – und auch als die deine, lieber Lieblingsmensch – da ich bereits als Kind zum Opfer narzisstischen Mißbrauchs (auf allen Ebenen) wurde. Körperlich und seelisch mißbraucht zu werden, wenn man noch ein Kind ist, kann wie eine Art Gehirnwäsche wirken und es dauert viele, viele Jahre und es sind viele viele Jahre, manchmal jahrzehnte harte Arbeit an der eigenen Psyche vonnöten, um sich langsam, auch mental, daraus zu befreien und heilen zu können.
    Und manche dieser Wunden werden niemals heilen, da kann man noch so viele Therapien machen. Auch als erwachsene, damals noch sehr junge Frau war ich dann nochmals in einer narzisstischen Beziehung gefangen, als der ich mich aber befreien konnte, nachdem mir klar wurde, wie schädlich diese Beziehung für mich ist und daß sich hier Muster aus meiner Kindheit wiederholen.
    Für mich war es diese Erkenntnis, die mir geholfen hat, mich zu befreien.
    Die Verfasserin dieses offenen Briefes scheint ja sehr klar und reflektiert zu denken und ihre Situation sehr klar zu sehen und zu erfassen. Daher würde ich ihr von Herzen wünschen, diese unglückliche Situation so bald als möglich beenden zu können. Meine Kommentare waren vielleicht ein wenig harsch formuliert und das tut mir leid. Sie waren als eine Art Weckruf gedacht, ich hatte gehofft, meine Worte könnten sie aufrütteln, damit sie ihre Situation baldmöglichst verändern kann.

  5. Liebe Artemis,

    nun hast du zwei meiner Kommentare „geliked“ aber, nicht freigeschaltet. Das verstehe ich nicht so ganz. Könntest du diese Kommentare, zumindest den von vorhin, bitte freischalten – oder aber alle meine Kommentare auf deinem Blog löschen? Alle drei Kommentare bilden zusammen ein vollständiges Bild dessen, was ich kommunizieren wollte.
    Nur den einen stehen zu lassen und die anderen nicht freizuschalten verfälscht das Bild.
    Der Blogger Lieblingsmensch hat mich direkt angesprochen und ich habe ihm geantwortet.
    Ich denke, diese Antwort sollte man – und sollte er – auch lesen können.
    Und sie betrifft ja auch die Verfasserin des offenen Briefes – und möglicherweise kann sie auch etwas mit meinen Worten anfangen.

    Herzliche Grüße,
    Hannah

    1. Hallo liebes, ich hab gerade nochmal geschaut, hab alle Kommentare frei gegeben. Gebe immer alle Kommentare frei. Muss also ein Fehler bei WordPress sein. Ich würde hier nie was zensieren. Freue mich über alle Meinungen.

  6. Ach so, gut, danke dir. Ein Kommentar meiner meiner Kommentare fehlt hier noch –
    meine Anwort an den „Lieblingsmenschen“, die ich vorhin formuliert und gesendet habe.
    Mal sehen, ob meine Antwort jetzt noch auftauchen wird oder nicht, das liegt dann wohl an wordpress (ob ja oder nein).
    Also falls der Kommentar nicht mehr auftauchen sollte, dann antworte ich später oder morgen nochmal. Aber vielleicht taucht meine Antwort ja auch wieder auf, das wäre gut, dann müsste ich sie nicht zweimal formulieren.

    Herzliche Grüße,
    Hannah

  7. Hallo,
    Ich kann dich sehr gut verstehen, war 37 Jahre in so einer Beziehung. Habe mich vor einem halben Jahr entschieden, aus zu ziehen. Habe es sorgfältig geplant, habe nur ganz enge vertraute gehabt. Bin seit zwei Wochen erst raus, es ist nicht einfach.
    Mein Therapeut hat mir vor eineinhalb Jahren gesagt, ich soll ausziehen. Ich bin nicht mehr zur Therapie gegangen.
    Als ich ins Krankenhaus kam, weil ich nicht mehr gehen und reden konnte, wußte ich ich muss handeln.
    Das ist jetzt auch schon fast ein Jahr her.
    Du musst dir ganz kleine Ziele stecken. Ich habe den Mietvertrag unterschrieben und hätte ihn mehrfach rückgängig gemacht. Ich wollte nur nicht mehr so leben. Wir haben auch zwei Kinder (22 Jahre und 19 Jahre) zusammen, sie leben noch bei ihm.
    Unser Kontakt ist sehr gut.
    Ich wünsche dir ganz viel Kraft, ich dachte ich würde es nicht schaffen, aber man schafft ganz viel…
    Bau dir ein schutzgarten!! Pflege dich und gehe sorgfältig mit dir um..
    Ich habe einen Kompass Geschenk bekommen, dass ich mich nicht verlieren kann. Da steht dran „also, dann geh ich“ und da habe ich mir meinen Weg notiert… Ruhe, Zufriedenheit.. ..
    Es muß aus dir kommen, du musst in Veränderung kommen. Glg

  8. Hallo ihr Lieben
    Ich lese gerade diese Seite und finde es ausserordentlich interessant.
    Ich bin jetzt seit einem halben Jahr geschieden, nach 30 Ehejahren, und habe die letzten zwei Jahre die Hölle durchgemacht. Ich könnte Bücher darüber schreiben, aber die gibt es alle schon, zum Glück, da erfährt man wenigstens, was einen passiert.
    Ich war Krankenschwester und habe vor 5 Jahren eine Depression bekommen und musste mich in Behandlung begeben.( gesundheitlich und psychisch ging es schon locker 15 Jahre bergab).
    Der Beruf war schon anstrengend genug, aber das Leben an der Seite eines Narzissten gab mir noch den Rest.
    Ich war nun also nicht mehr vorzeigbar und wurde entsorgt wie ein Stück Dreck. Er hatte bereits eine neue gefunden, und hat mich systematisch aus dem Haus geekelt. Ich habe auch keinen Kontakt mehr zu meinem Sohn (30). Das hat er auch zu verantworten. Ja, man kann schon mal alles verlieren, Kind, Haus, Heimatort, Job, Freunde, einfach alles.
    Es folgte ein ganz schlimmer Scheidungkrieg, mit Stalking und Mobbing. Die Next kam sogar auf unser Grundstück und hat mich verhöhnt. Das volle Programm eben.
    Ich bin weggezogen, habe seinen Namen abgelegt und mache jetzt auch noch eine Psychotherapie.
    Es wird noch lange dauern, bis ich das alles verkraftet habe.
    Ich kann euch nur sagen, wer das nicht selbst erlebt hat, kann sich da auch nicht reindenken.
    Man wird systematisch verrückt gemacht, abgewertet, klein gehalten, usw. Man hat Angst und will ja eigendlich abhauen, am Besten über Nacht und ganz weit weg. Davon habe ich zumindest viele Jahre geträumt.
    Man kommt aber nicht so einfach los! Es läuft immer wieder eine perfide Rückholmasche ab und die Jahre vergehen.
    Als er eine Neue hatte, ging alles ziemlich schnell. Ich habe ihn rausgeschmissen! Das konnte er so nicht auf sich sitzen lassen und der Krieg begann.
    Keiner konnte mir helfen, kein Polizist, kein Anwalt, denn er ist ein „großes Tier“.
    Es scheint trotz Scheidung immer noch nicht vorbei zu sein.
    Aber mein Leben geht weiter und alles wird gut.
    Ich bin froh, das es Bücher und Internetforen zu diesem Thema gibt.
    Liebe Grüße
    Gudrun

    1. Liebe Gudrun, du sprichst weise Worte, ich habe mich nach 21 Jahren getrennt, erst war es dir beste Idee, doch danach kam die Hölle! Versprechen, Hoffnung, Enttäuschung, Stalking, Scheidung und zack die Nächste!
      Kinder die zwischen den Stühlen stehen(mal der Held mal der Teufel) Lügen, verdrehte Wahrheiten und viele im Umfeld die sagen, du bist gegangen also bitte!
      Ja, nach dem gehen ist es noch nicht vorbei, dann beginnt das aufräumen, und die Kraft die der erste Weg gekostet hat ,das gehen, die braucht Zeit wieder zu kommen!
      Denn wo keine Träume Ideen oder Wünsche mehr sind(weil sie eh nie berücksichtig wurden) muss man langsam schauen!
      Und dabei begleitet einen die Angst die Kinder zu verlieren, den es ist ihr Vater und Kinder lieben ihre Eltern!
      Mein Weg ist noch lang nur gehe ich ihn in meinem Tempo!
      Und jeder Frau die es nicht schafft sage ich nur, ich kann dich verstehen, auch ich bin viel zu lange geblieben! Und wäre noch da, wenn ich nicht das Bild meiner Mutter im Kopf gehabt hätte die heute nur noch im Sessel sitzt und auf ihren Mann wartet mit dem Essen! Er kommt wann er will!
      Und ich danke ihr das sie uns Töchtern immer gesagt hat: behaltet euer eigenes Geld, eigene Freunde und einen guten Job, dann könnt ihr immer gehen, ich hatte nie die Wahl!
      Egal ob gehen oder bleiben, seid nachsichtig und geht in eurem Tempo und der erste Schritt sich hier zu informieren ist doch schon ein Schritt❤

  9. hannabuchholz,

    ich empfinde deine Beiträge als sehr urteilend. Beurteilend. Verurteilend. Anmaßend. Übergriffig. Grenzüberschreitend.
    Ich finde das absolut nicht in Ordnung. Ich finde du hast kein Recht dazu. Schon gar nicht auf einer Internetseite, die für die OPFER gedacht ist.

    Liebe Artemis,

    ich verstehe warum du jeden Kommentar frei schaltest. Keine Zensur. Verstehe ich.
    Ich hoffe, du nimmst mir folgende Anregung nicht übel… aber vielleicht sollte bei solchen Artikeln zum Schutz des Autors (der uns hier mutig sein empfindliches Innerstes zeigt) die Kommentarfunktion einfach abgeschalteten werden?

    Liebe Autorin des Briefes,

    du hast uns an deinem Leben, deinem Leid und deinem Innersten teil haben lassen. Danke schön!
    Ich kann vieles was du schreibst sehr gut nachempfinden und kenne es auch von mir so. Ich befinde mich auch noch in der Beziehung. Habe den festen Entschluss gefasst mich zu trennen und aus zu ziehen. Das ist mein Ziel. Ich bin mittlerweile sehr krank und kraftlos. Und auch oft kurz vorm Aufgeben. Aber ich arbeite daran ein klein wenig Kraft wieder zu erlangen und dann den Auszug und die Trennung zu schaffen! Das Ziel fest im Blick zu behalten.
    Ich wünsche dir auch Kraft! Wir schaffen das. Wir müssen es schaffen. Das kann es doch so nicht sein. Gesünder sein. Gesund. Wieder man selbst sein. Ein Leben. Das verdienen wir doch. Da wollen wir wieder hin.
    WIR SCHAFFEN DAS!
    Fühl dich fest gedrückt 💕

    1. Liebe Birgit, in dem Fall war es mit der Autorin abgesprochen… denn der Brief stammt von mir selbst. Ich schrieb ihn vor 5 Monaten, als es mir sehr sehr schlecht ging. Danke für deine lieben Worte. Natürlich werden wir das schaffen ! Jede auf ihrem Weg und in ihrem eigenen Tempo .

  10. Liebe Artemis, ich kann es so gut nachfühlen was Du da empfunden hast/empfindest. Ich hoffe, dass Du mittlerweile die Hilfe bekommst, die Dich stärkt, auszubrechen (auch wenn die Beziehung schon beendet ist). Auszubrechen aus dem inneren Gefangensein in diesen Gefühlen. Ich gehöre auch zu den Opfern, sonst wäre ich nicht hier. Nicht selten haben Opfer bereits ein Elternteil gehabt, dass narzisstisch war und tappen wie blind erneut in diese Falle, weil es eben so bekannt und leider auch vertraut ist. Wichtig ist bei all dem, sich intensiv mit sich selbst zu befassen. Warum habe ich so einen Menschen in mein Leben gelassen und warum konnte ich vielleicht nicht rechtzeitig den Absprung schaffen! Bei mir selbst wurde eine abhängige Persönlichkeitsstörung diagnostiziert, ich war depressiv – das ist also meine Antwort darauf, warum es mir so schwer fiel, mich daraus zu befreien. Gleichwohl ist die Angst sehr groß, wieder so einem Menschen zu begegnen. Denn der Narzisst findet traumwandlerisch sein passendes Gegenstück – den Menschen, in dessen Licht er sich Sonnen und auf dessen Kosten er leben kann. Ich hoffe und wünsche auch Dir, dass das nie wieder passiert.

Kommentar verfassen