Leserbrief – Meine narzisstische Mutter

Ich habe erst sehr spät erkannt das ich ein Opfer von narzisstischer Gewalt bin. Es ist meine Mutter. Obwohl mir der Ausdruck „Mutter“ schon schwer fällt da sie keine Mutter in dem Sinne war die ihr Kind liebt!
Ich fange mal ganz vorne an. Als ich ein Baby war (7 monate) stritt meine Mutter mit meinem Vater als dieser die wohnung im Streit verließ schlug mir meine Mutter auf den Mund da ich am schreien war, was bays halt manchmal machen aber in dem Moment ließ sie all ihre Wut über meinen Vater an mir aus. Dieses Geschehen erzählte mir meine Mutter selbst als ich ca 8 Jahre alt war aber dazu später. Mein Vater hat mich als er mit bekam, dass meine Mutter mich so behandelte in eine pflegefamilie untergebracht. 5 Jahre lang wuchs ich dort auf und es ging mir wunderbar. Ich habe viele schöne Erinnerungen an diese Zeit vielleicht einer der Gründe warum es mich noch gibt.
Nun mit fast 6 Jahren musste ich zurück zu meiner Mutter. Sie hatte im Vorfeld schon Kontakt zu mir und ab und an bin ich übers Wochenende bei ihr gewesen wo sie mich schön manipulieren konnte. Und somit war ich am Ende selbst davon überzeugt zu meiner Mutter zu wollen.
Sie war gerade schwanger von ihrem neuen Mann. Diese Ehe war nicht einmal 1 Jahr nachdem ich zu ihr kam beendet.
Meine Mutter zog mit mir und meinem kleinen Bruder um und fort an war es die Hölle auf Erden! Sie konnte ihr wahres ich nicht mehr verbergen.
Ab sofort war ich ihr aschenputtel ( sie nannte mich so) ich musste hausarbeiten erledigen zu denen sie anscheinend keine Lust hatte. Sie nahm mich nie in den arm oder Beschäftigte sich mit mir sie gab mir nur Beschäftigungen. Dinge die ein Kind noch nicht tun sollte. Nebenbei musste ich mich um meinen Bruder kümmern. Sie übergab mir die Verantwortung. Ich war 8 Jahre alt! Eines Tages krabbelte mein Bruder Richtung Haustür die offen stand . Wir wohnten im 2ten Stock eines mehrfamilienhauses. Meine Mutter bekam es nicht mit. Als mein Bruder schon im Treppenhaus war sagte ich ihr Bescheid. Daraufhin beschimpfte sie mich warum ich dabei zu gucke. Ich hätte besser auf passen sollen. Zack schuldgefühle!
Manchmal trank sie wenn sie Frust hatte. Sie war dann wie ausgewechselt säuselte davon wie lieb sie mich hat und das ihr das so leid täte was damals passierte als ich 7 Monate alt war. Ich war innerlich erstarrt und zugleich hatte ich das Gefühl der Bedrängnis ihr zu vergeben sie zu verstehen und ihr es immer wieder zu verzeihen.denn sie erzählte die Story immer und immer wieder, aber immer so als hätte sie nichts dafür gekonnt da ja mein Vater so schrecklich zu ihr war.
Wenn sie am nächsten Tag ausnüchterte war sie wieder das Monster nur noch schlimmer. Sie schlief lange und ich kümmerte und versorgte meinen kleinen Bruder. Wenn sie wach wurde kommandierte sie mich herum. Dann war ich immer froh wenn sie auf der Couch lag und den ganzen Tag fern sah. Ich versuchte mich dann so ruhig wie möglich zu verhalten fast unsichtbar zu sein. Aufgaben im Haushalt zu erledigen damit sie vielleicht mal ein bisschen netter zu mir ist.
Als ich 8 war brach ich mir im Sommer den arm ich weiß noch wie sie mich anschnautze ich soll mich nicht so anstellen. Aber ich hatte große Schmerzen und als sie die Bäule am arm sah fuhr sie mit mir mit dem Bus zum Kinderarzt der uns dann natürlich ins Krankenhaus schickte. Ich musste operiert werden da Elle und speiche durchgebrochen waren.
In den kommenden 6 Wochen konnte ich natürlich nicht viel machen. Aber so richtig erinnern kann ich mich nicht.
Meine Mutter hatte wechselnde Partner. Meistens hielten die liebschaften höchstens für 1 Jahr. Entweder waren es spielsüchtige Alkoholiker oder Langweiler so wie sie es nannte.
Wenn sie nachts feiern oder in der Kneipe war musste ich wach bleiben und auf meinem Bruder auf passen der mittlerweile schwer an Asthma litt. Ich wusste alles darüber und wie man welches Medikament in den pariboy geben musste.
Einmal war er in einer Klinik. Ich weiß nicht mehr wie alt ich war aber ich spielte noch mit Barbies. Denn eines morgens spielte ich in meinem Zimmer und die Tür ging auf und sie fuhr mich agressiv an warum ich sie nicht geweckt habe wir müssten meinen Bruder aus der Klinik ab holen.
Interessanter Weise gab sich meine Mutter nach aussen hin völlig anders. Lustig freundlich spaßig . Am Anfang dieser höllenzeit machte ich in der Schule etc meinen Mund auf und erzählte was zuhause ablief. Doch niemand glaubte mir da meine Mutter schon dafür sorgte. Ich würde Märchen erzählen und ich wäre geschädigt durch das hin und her mit meiner pflegefamilie.
Einmal da hatte ich schwimmunterricht als der schwimmlehrer mich fragte was ich da für rote strimen an den Beinen hätte. Ich antwortete: meine Mutter! Es war egal denn niemand konnte mir helfen.
Ja sie schlug mich auch. Ich weiß nur bis heute nicht warum. Denn ich war still. Sehr still. Einmal sagte sie zu mir ich wäre eine wandelnde Leiche. Ich würde zu allem ja und Amen sagen. Doch genau darauf hatte sie hingearbeitet. Damit der missbrauch nicht herauskommt.
Ich hatte keine Freunde.neben der Schule hatte ich ja auch kaum Zeit da ich für den Haushalt und meinem Bruder und für meine Mutter Dasein musste. In der Schule war ich nicht gut. Ich weiß noch wie meine Lehrerin oft anrief und meiner Mutter versuchte klar zu machen das ich Hilfe bräuchte.
Doch die bekam ich nie.
Es würde ja an mir liegen und das ich ja so in mich gekehrt wäre und meine Mutter so hilflos ist und nicht an mich ran käme.
Ich vermisste meine pflegefamilie besonders meinen pflegebruder! Als meine Mutter das bemerkte schimpfte sie mich aus ich solle mich da nicht so hereinsteigern er wäre ja nicht mein richtiger Bruder!
Das verletzt mich immer noch! Mein pflegebruder lebt leider nicht mehr er starb als ich gerade 16 war und ich dabei war Entscheidungen selbst treffen zu können. ich suchte den Kontakt aber es war zu spät!
Denn nachdem ich mit 13 in eine Kinder u jugendpsychiatrie kam und danach ins Heim habe ich es geschafft etwas aus mir raus zu kommen und nicht mehr alles hinzu nehmen. Im heim war 1 Jahr mit 15 bin ich zu meiner Mutter zurück da es dort alles andere als nett war. Aber schnell merkte ich wieder wie meine Mutter ist. Und bin mit 16 endgültig von zuhause abgehauen. Bin dann in eine pastorenfamilie gekommen. 2 schöne Jahre hatte ich dort. Immer mit Versuch den Kontakt zu meiner Mutter zu lassen. Sie quatschte ungefähr 5 bis 6 mal hintereinander auf den AB von meinen pflegeeltern und das häufig. Mir war es immer so peinlich.
An einem meiner Geburtstage war ich mit ihr verabredet sie hatte mir wieder das Gefühl gegeben mir etwas geben zu Wollen. Als ich dann zu ihr ging und klingelte machte niemand auf. Sie hat mich versetzt. Ich war am Boden zerstört.
Dann kamen irgendwelche haltlosen Vorwürfe. Den genauen Wortlaut weiß ich nicht mehr.
Der Kontakt wurde immer seltener. Als ich mit 24 meinen ersten Sohn zur Welt brachte hatten wir noch einmal kurz Kontakt. Dann brach ich ihn ab. Für ca 8 Jahre. Als ich mit 33 noch mal schwanger wurde sehnte ich mich nach einer Mutter und suchte den Kontakt zu ihr. Dann aber wieder abgebrochen da sie mich überall schlecht machte und sich bei mir aufgedrängt hat. Ich bin jetzt 39 und bin froh nun meine Ruhe zu haben. Manchmal kommen noch Karten in denen sie behauptet ich würde Lügen und andere Vorwürfe. Aber ich schmeiß das dann weg.
Ich fühle nichts mehr für sie. Und das ist auch gut so

– Liebe A.N , danke dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast. Du bist eine sehr starke Frau und ich wünsche dir für deine Zukunft alles Gute!

Wenn ihr auch eure Geschichte anonym mit uns teilen wollt, schreibt sie uns gerne auf: hilfefueropfervonnarzissten@gmail.com

 

 

Hilfreiche Literatur:

 

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von Anders Noren.

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