Narzissmus Das innere Kind

Narzissmus- Die Arbeit mit dem inneren Kind

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Um sich von einem Narzissten zu lösen,  bedarf es meist auch viel Arbeit an sich selbst. Ja ihr habt richtig gelesen. Ich weiß das viele von euch am Anfang einen regelrechten Hass auf den Narzissten haben werden. Ihr werdet euch als unschuldiges, gepeinigtes Opfer sehen, dass nie was falsch gemacht hat. Ihr werdet alle Bösartigkeit und alle Wut auf den Narzissten lenken. Das ist verständlich und vollkommen normal. Dadurch wird es euch am Anfang besser gehen. Aber dann, wenn ihr über ihn hinweg seid und mit dem nächsten Menschen zusammenkommt, der auch wieder nicht gut tut.. werdet ihr hoffentlich bald erkennen, dass sich dahinter ein Muster verbirgt. Ihr zieht diese Menschen magisch an- aber warum nur?

Die Arbeit mit dem inneren Kind

Habt ihr schon einmal etwas von eurem inneren Kind gehört? Nein? Das ist der abgespaltene Teil in euch , der nie erwachsen geworden ist. Der Teil, den ihr oft zu verdrängen versucht. Der Teil , der unfassbar viel Liebe und Anerkennung fordert. Vielleicht mehr, als die meisten Menschen brauchen. Der Teil, der dem Partner der euch nicht gut tut immer wieder blind hinterherläuft, obwohl ihr ihn eigentlich gehen lassen solltet. Der Teil von euch, der trotz aller Logik noch denkt, dass der Narzisst sich ändern wird wenn ihr ihm nur genug Liebe schenkt. Der Teil der denkt, alles wird irgendwann gut. Habt ihr euch nicht auch schonmal gefragt, warum ihr euch so lange habt misshandeln lassen? Na klar, weil ihr gute Menschen seid! Ich weiß. Aber was zum Teufel hat euch dazu bewogen, immer zu bleiben obwohl er euch misshandelt und schlägt? Geht mal in euch… warum seid ihr so lange geblieben? Auch der beste Mensch der Welt hätte  das Handtuch geworfen. Ein gesunder Mensch mit einem gesunden Selbstbewusstsein würde sich so nicht lange behandeln lassen. Aber warum du? Warum hast du, jedesmal wenn er geht- Todesängste? Ängste; von Einsamkeit die dich erdrückt. Ängste; für immer alleine zu bleiben. Ängste; das Leben ohne ihn nicht zu meistern? Ja, Ängste zu sterben wenn er nicht zurückkommt? Du fühlst dich in so Momenten nicht mehr wie ein Erwachsener Mensch, sondern wie ein kleines, hilfloses Kind. Und genau so handelst du dann auch. Am Ende läufst du zu ihm zurück und bettelst ihn an zu bleiben. Obwohl dein Verstand dich anschreit es nicht zu tun. Du handelst jedweder Logik und verrätst dich selbst immer wieder, nur damit er bei dir bleibt. Darf ich vorstellen? Das ist dein inneres Kind.

Nicht du als Erwachsener Mensch handelst da gerade, denn sonst würdest du diesen Menschen einfach verlassen. Du wüsstest, er ist nicht gut für dich und das es keinen Sinn mehr hat. Dass da draußen noch Millionen Menschen auf dich warten, die dein Partner sein könnten. Du würdest weinen und du würdest leiden, aber du wüsstest dass es vorbei geht. So würdest du handeln, wenn du in deinem Erwachsenen Ich bleiben würdest. Aber du verfällst in so Momenten in dein inneres Kind- womit es dir unmöglich gemacht wird, dich von so einem Menschen zu lösen. Ist es nun also ratsam alle Schuld dem bösen Narzissten zu geben, oder solltest du vielleicht lieber mal in dich schauen und verstehen lernen, warum DU nicht in der Lage bist dich aus krankhaften Beziehungen zu lösen? Es wird Zeit, dass du die Verantwortung für dein Leben übernimmst. Natürlich ist der Narzisst krank und misshandelt dich- aber du lässt es mit dir machen. Du gehst nicht! Das ist dein Anteil an alldem. Und genau dort wollen wir jetzt ansetzen- denn da ist DEIN Knackpunkt!

Schauen wir also mal genauer hin. Warum reagiert dein inneres Kind in Extremsituationen so stark? Hier könnten wir auch das Wort triggern  benutzen. Triggern bedeutet folgendes:

Unter Trigger versteht man Sinneseindrücke, die Erinnerungen an alte Erfahrungen in einer Art wecken, als ob diese Erfahrung jetzt nochmal neu gemacht werden würde. Diese Erinnerung erfolgt meist plötzlich und mit großer Wucht. Die damaligen Gefühle werden unmittelbar erlebt (Flashback). Die reale aktuelle Situation kann dann vom Betroffenen oft nicht mehr wahrgenommen werden. Er reagiert oft so, als würde er sich in der alten, erinnerten Situation befinden.

Quelle: https://www.regenbogenwald.de/themen/trigger-als-ausloeser-psychischer-reaktionen.htm

Das würde natürlich bedeuten, dass dieser Trigger schon mal da gewesen ist, du musst das alles schon mal erlebt haben! Und da wir hier vom inneren Kind sprechen, gucken wir am besten zurück in deine Kindheit. Woran erinnerst du dich? Wie haben deine Eltern dich behandelt- haben sie dir genug Liebe geschenkt? Waren sie gut zu dir? Denn häufig ist es eben so, dass dies eben nicht der Fall war. Die Abspaltung des inneren Kindes entsteht dann, wenn ein Kind zu wenig Liebe und Aufmerksamkeit bekommen hat, wenn es in der Kindheit seelisch oder Körperlich Misshandelt wurde. Ihr müsst euch vorstellen wenn euch sowas als Kind passiert, schließt die Psyche es automatisch weg. Ein kleines Kind könnte einen seelischen oder körperlichen Missbrauch niemals verwinden. Deswegen wird es sicher weggesperrt, damit das Kind überleben kann.

Hat das Kind in der Vergangenheit viel Schmerz oder Traumatisierungen erlebt, wird es möglicherweise vom inneren Erwachsenen abgetrennt. Der Erwachsene will sich damit davor schützen, den Schmerz des Kindes zu fühlen und lehnt es ab, die Verantwortung für es zu übernehmen. Er möchte die eigene Hilflosigkeit und „Ausgeliefertheit“ nicht spüren oder fühlt sich überfordert, das Kind zu versorgen. So haben viele Menschen beim Heranwachsen gelernt, den Zugang zu ihrem Inneren Kind zu drosseln oder abzuschneiden, um bestimmte Gefühle zu verdrängen.

Quelle: Wikipedia.de

Das Problem entsteht, wenn der Erwachsene dann ähnliche Situationen durchleidet wie das Kind damals. Der Trigger tritt dann so stark auf , dass alles wieder hochkommt und wir uns in das innere Kind zurückversetzen. Wir fühlen uns dem ganzen dann Hilflos ausgeliefert. Ein anderer wichtiger Punkt sind unsere aus der Kindheit „installierten“ Programme. Haben wir durch unsere Eltern ständig erlebt, dass wir nie gut genug sein können, immer alles falsch machen, zu dick oder zu dünn sind, zu dumm und nicht liebenswert, übernehmen wir das mit ins Erwachsenenalter. Wir haben wenig bis keinen Selbstwert. Traumata, die man in der Kindheit erlitten und nicht überwunden hat, können uns im Erwachsenenalter große Steine in den Weg legen. Hattet ihr zum Beispiel eine Narzisstische Mutter, die euch immer das Gefühl gegeben hat wertlos zu sein, dann hat sich das tief in eure Psyche eingebrannt. Eure Psyche will später aber heilen und dieses Trauma auflösen. Deshalb geratet ihr unterbewusst immer genau an solche Menschen, die wie eure Mutter sind, bzw starke Anteile eurer Mutter haben. Euer inneres Kind möchte durch Wiederholung der Traumata diese Auflösen. Klingt total unlogisch? Natürlich-  ein Kind kann nicht logisch denken wie ein Erwachsener. Ein Kind wird immer den einfachsten Weg suchen ein Problem zu lösen. Du als Erwachsener siehst sofort das Dilemma- wenn du dir immer wieder die gleichen Leute suchst, die genau so sind wie deine Mutter in dem Fall, kannst du deine Traumata mit diesen Menschen gar nicht auflösen. Weil sie nicht in der Lage sein werden dir das zu geben wonach du dich sehnst. Ein Narzisst wird aufgrund seiner Krankheit nie in der Lage sein dir die tiefe Liebe zu geben, die du brauchen würdest um deine Traumata zu überwinden. Du brauchst einen Menschen, der dich ehrliche und aufrichtige Liebe geben kann, der dir ein Gefühl der Sicherheit vermittelt… und all das suchst du bei einem Narzissten? Genau da ist der Knackpunkt. Dein inneres Kind will Frieden finden, sucht sich aber immer wieder Menschen die sind wie deine Mutter (Beispielhaft. Es kann auch der Vater oder Bruder etc sein)

Und was deine Ängste angeht, die sind nicht rational… sie sind „Kind“-isch. Stell dir einen kleinen Säugling vor. Er ist komplett auf seine Mama angewiesen. Ohne sie kann er nicht essen, nicht trinken, sich nicht fortbewegen. Wir sind in diesem alter komplett abhängig von unseren Eltern. Soweit so gut. Jetzt stell dir vor deine Mama kann dir existenzielle Dinge aber nicht geben- wie zum Beispiel genug Liebe. Weil sie nicht in der Lage dazu ist. Vielleicht ist sie Depressiv, vielleicht Narzisstin. Für einen kleinen Säugling, sind diese Dinge aber überlebenswichtig.  Bekommt er sie nicht, könnte er daran sterben. Es geht für einen kleinen Säugling also wirklich um Leben und Tod. Bei einem kleinen Kind ist es genau so. Wenn es keine Liebe, keine Aufmerksamkeit bekommt und immer allein ist… das Gefühl hat Mama und Papa sind nie da.. geht ein kleines Kind daran zu Grunde. Die kleine Kinderseele speichert diese Ängste ab und das Kind lernt sich davon zu trennen. Zu groß wäre der Schmerz würde es diese Gefühle zulassen. Dieses Abgespaltene in der Psyche ist das innere Kind. Es ist immer da, aber der Erwachsene nimmt es nicht wahr… außer er wird getriggert. Nehmen wir das Beispiel : Euer Narzisst verlässt euch mal wieder. Und da greift der Trigger… da kommen eure nicht rationalen Ängste her die mit Logik nichts mehr zu tun haben. Für ein Kind bedeutet verlassen werden Todesängste… und weil ihr als Kind vielleicht oft allein wart… spürt ihr es jetzt genau so. Nicht wie ein Erwachsener, gesunder Mensch es fühlen würde. Sondern genau so wie ihr es damals als Kind gefühlt habt. Deswegen macht es euch so hilflos… deswegen erstarrt ihr. Es ist euer inneres Kind, das endlich von euch wahrgenommen werden will.  Natürlich trifft diese Theorie nicht auf alle Menschen zu, aber die die sich hier jetzt wiedererkennen, denen Rate ich zu einer Therapie… weil das hier war jetzt nur ein ganz kleiner Auszug aus der ganzen Thematik. Wie ihr lernt mit eurem inneren Kind frieden zu schließen, das möchte ich einem Profi überlassen. Was ich möchte ist euch aufzurütteln. Guckt nicht immer nur auf den Narzissten- schaut auf euch! Erkennt eure Anteile und macht euch an die Arbeit sie zu lösen! Es ist ein langer Weg aber ihr könnt es schaffen!

Für alle die die Theorie interessiert wie man die Problematik des inneren Kindes lösen kann hier ein Auszug aus Wikipedia:

Zielvorstellung der therapeutischen Arbeit

Das Ziel einer Therapie ist, eine liebevolle innere Verbindung zwischen dem Inneren Kind und dem liebevollen Erwachsenen herzustellen, um (wieder) Zugang zu den tiefen Quellen der Freude, Wahrnehmung und Intuition zu erlangen.

Es ist nötig, dass der innere Erwachsene sich dafür entscheidet, das Kind anzunehmen und sich mit seiner „inneren Wahrheit“ zu verbinden. Sie ist für den Erwachsenen eine Orientierung dabei, die falschen Glaubensmuster zu beseitigen und bessere Glaubenssätze zu finden, nach denen er leben möchte. Wenn das Innere Kind angenommen wird, können solche guten Glaubenssätze heißen:

  • Ich bin selbst verantwortlich für mein Glück.
  • Ich bin bereit, meine Gefühle wahrzunehmen und anzunehmen.
  • Ich bin offen für Neues und Veränderungen in meinem Leben.
  • Ich bin stark genug, für mich selbst zu sorgen und für mein Wohlgefühl die Verantwortung zu übernehmen.
  • Ich darf neugierig und verspielt, albern und spontan, lebendig und sensibel sein.
  • Ich darf aber auch zornig und traurig sein, denn durch meine Selbstliebe erkenne ich, dass alle Gefühle wichtige Teile meiner selbst sind.

Mit der Übernahme der Selbstverantwortung wird der Mensch mehr und mehr unabhängig von der Meinung und dem Wohlwollen anderer, was nicht bedeutet, dass er sich über Zuwendung anderer nicht mehr freut. Jedoch erkennt er, dass er weder körperlich noch seelisch umkommt, wenn eine Lebenssituation es nötig macht, dass er für sein Wohlergehen selbst sorgen muss.

Ich wünsche euch viel Kraft und gutes Gelingen!

Empfohlene Bücher zum Thema:

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